
Die AfD im Wahlkampf. Bild: strassenstriche.net / Flickr (CC BY-NC 2.0). Einige Rechte vorbehalten.
Am 24. September hat Deutschland den neuen Bundestag gewählt. Die drittstärkste Partei, nach den beiden Traditionsparteien CDU/CSU und SPD, wurde die rechtspopulistische "Alternative für Deutschland" (AfD) - eine Partei, die in der Migrantenfrage eine ausdrücklich fremdenfeindliche Position einnimmt, und die zu allen anderen politischen Fragen herzlich wenig zu sagen hat. Mittlerweile verbreitet sich in den öffentlichen Debatten die Überzeugung, dass die AfD von den "Russen" gewählt wurde - genauer gesagt, von den Russlanddeutschen aus der ehemaligen UdSSR, die als Spätaussiedler nach Deutschland kamen. Wie kommt diese Vorstellung zustande - und trifft sie überhaupt zu? Darüber sprach oDR mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin am Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS), Soziologin Dr. Tatiana Golova.
Wie begründet ist die gängige Meinung von der AfD als einer Partei der russischsprechenden Einwanderer? Die AfD selbst positioniert sich öfter als solche, und zwei neue Bundestagsmitglieder kommen aus den Reihen der Spätaussiedler, oder, wie sie auch genannt werden, der Russlanddeutschen. Stimmt es, dass diese Partei die Interessen der russischsprachigen Diaspora vertritt - oder ist das falsch?